Viele Gewerbetreibende an der Kornstraße und am Kirchweg haben Angst vor dem Baustellen- und Verkehrschaos im Zusammenhang mit dem Bau der A281. Damit die Kornstraße und der Kirchweg den Ausweichverkehr während der Errichtung des Bauabschnitts 2.2 verkraften können, sollen sie vorher saniert werden, zum Teil unter Vollsperrung. Das wird mindestens 1 Jahr dauern. Das bedeutet, viele Geschäfte und Betriebe werden nicht oder nur eingeschränkt erreichbar sein. Anschließend muss für den Bau der Autobahn der Tunnel zum Arster Zubringer für mindestens drei weitere Jahre gesperrt werden. Das führt zu einer massiven Zunahme des Verkehrs auf der Kornstraße und den benachbarten Wohngebieten in der Neustadt und in Obervieland.

Die Geschäftsleute befürchten, dass die mangelhafte Erreichbarkeit für Kunden, Lieferanten und auch die eigenen MitarbeiterInnen ihre Arbeitsfähigkeit und sogar die wirtschaftliche Existenz bedrohen wird. 22 von ihnen haben deshalb einen Brief an Verkehrssenator Lohse geschrieben, um ihn auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen und ihn aufzufordern zu prüfen, ob es nicht sinnvolle und weniger schädliche Alternativen zum Bau der Autobahn nach Arsten gibt.

Der Brief wurde zur Kenntnisnahme auch an die Mitglieder der Verkehrsdeputation und den Beirat Neustadt geschickt. Beigefügt war ein Bericht des Weser Reports über ein Pressegespräch mit den Betroffenen.

Die Verkehrsdeputation erhielt am 6.12.2018 eine Senatsvorlage zur Kenntnis, in der vorgeschlagen wird, dass Bremen die Zuständigkeit für die Bundesstraßen an den Bund abgibt. Das schließt auch die Planung der Bundesstraße 6neu ein. Im Bundesverkehrswegeplan steht nur die vom Bund gewollte oberirdische Flughafenumfahrung durch die Wolfskuhle und mit einer Anschlussstelle vor Huckelriede im vordringlichen Bedarf, nicht aber die von Runden Tischen erarbeitete und von der Bürgerschaft unterstütze Bremer Vorzugsvariante unter dem Flughafen hindurch.

Die Vereinigung der Bürgerinitiativen ist sich sicher, dass Bremen damit jeden grundlegenden Einfluss auf die Planungen aus der Hand gibt. Unter der Überschrift "Verraten Sie die Bürgerbeteiligung nicht! Stimmen Sie der Übertragung der Zuständigkeit für die B6n an den Bund nicht zu!" hat sie deshalb einen Offenen Brief an die Deputierten geschrieben. Die Deputations- und Senatsvorlage finden Sie hier.

30 Aktive aus der Vereinigung der Bürgerinitiativen und Unterstützerinnen und Unterstützer besuchten die Deputationssitzung. Trotz kritischer Nachfragen von Nelson Janßen von den LINKEN nahm die Deputation die Vorlage zur Kenntnis. Die endgültige Entscheidung wird der Senat am 11.12.2018 treffen.

 

Damit sie den Ausweichverkehr während des Baus der A 281 zum Zubringer Arsten verkraften können, sollen die Kornstraße und der Kirchweg in der Neustadt vorher saniert werden. Die Planungsgesellschaft DEGES informierte zu diesem Thema im Beirat Neustadt  und der Stadtteilkurier berichtete am 27.9.2018 ausführlich darüber.

Aus unserer Sicht wird damit der Planungswahnsinn im Bremer Süden auf die Spitze getrieben. Deshalb haben wir am 28.9.2018 eine Presseerklärung herausgegeben: "Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode."

Ausschnitte aus unserer Presseerklärung hat der Stadteilkurier am 4.10.2018 veröffentlicht. Leider wurde die Alternative vierspurige Auf- und Abfahrt am Neuenlander Ring nicht erwähnt.

Anders im Weser Report vom 7.10.2018.

Im Stadtteilkurier vom 8.10.2018 wurden zwei Leserbriefe zum Thema veröffentlicht, leider erheblich gekürzt.

Am 16. Oktober 2018, ab 10 Uhr, fand ein ergänzender Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren für den Bauabschnitt 2.2 der A 281 statt. Dabei ging es um die Einwendungen zur Schalltechnischen Untersuchung Gesamtlärm (Gesamtlärmgutachten). Ort des Geschehens war der Große Saal des Bürgerhauses Obervieland, Alfred-Faust-Straße 4, 28279 Bremen.

Dieser Termin wurde in einer Öffentlichen Bekanntmachung vom 11.9.2018 angekündigt.

Die Erörterung dauerte vier Stunden und fand in einer durchweg sachlichen Atmosphäre statt. Die Sprecher der Vereinigung der Bürgerinitiativen, Jens Körber und Norbert Breeger, und Uwe Ahlers aus Huckelriede brachten mehr als 100 Vollmachten von Einwendern mit. Sie machten deutlich, dass sie den Bauabschnitt 2.2 der A 281 weiterhin grundsätzlich für überflüssig und schädlich halten und in dieser Haltung durch das vorliegende Gesamtlärmgutachten zusätzlich bestärkt wurden.

Die Bürgerinitiativen stellten während der Erörterung fünf Anträge, die im laufenden Planfeststellungsverfahren bearbeitet und beantwortet werden müssen:

Von AnwohnerInnen der Kattenturmer Heerstraße und aus der Wolfskuhlensiedlung wurde darüber hinaus ein Antrag eingebracht, in dem - falls der Bauabschnitt 2.2 tatsächlich gebaut werden sollte - eine Lärmschutzwand vor ihren Wohnhäusern gefordert wird. Die Vereinigung schloss sich diesem Antrag an.

Wann der Planfeststellungsbeschluss für den Bauabschnitt 2.2 erfolgen wird, ist weiter offen. Die VertreterInnen des Verkehrsressorts sahen sich außerstande dazu Aussagen zu machen. In einer Presseerklärung des Verkehrssenators war zuletzt von Anfang 2019 die Rede.

Seit kurzem liegt auch die Niederschrift der Erörterungstermine vor, zu der die Vereinigung einige Ergänzungen und Korrekturen eingebracht hat.

 

Extra 3, das TV-Satiremagazin des NDR, hat in der Sendung vom 5.9.2018 den nicht zuende gebauten Bauabschnitt 2.1 der A 281 am Neuenlander Ring als "Realen Irrsinn" aufs Korn genommen. Die ursprünglich als "Provisorium" gedachte Sprungschanze steht dort schon mehr als 10 Jahre und führt zu ständigen Staus und Lärm und Dreck für die Menschen in der Nachbarschaft. Wir fordern, am Neuenlander Ring endlich eine vierspurige Auf- und Abfahrt zu bauen und auf den Bauabschnitt 2.2 zum Zubringer Arsten zu verzichten. Den Extra 3 - Beitrag finden Sie hier: