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36. Das Bundesverkehrsministerium veröffentlicht im März 2016 den Referentenentwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan 2030. In ihm wird der Bauabschnitt 2.2 abweichend von den Grundsätzen für den Bundesverkehrswegeplan ohne weitere Überprüfung als "laufendes Vorhaben" gelistet. Die Bundesstraße 6neu wird vom "weiteren Bedarf mit Planungsrecht" in den "vordringlichen Bedarf" hochgestuft. Grundlage dafür ist die Vorzugsvariante des Bundes als oberirdische Umfahrung des Flughafens mit einer Anschlussstelle vor Huckelriede und unter Inanspruchnahme von Häusern und Kleingärten in der Wolfskuhle. Im Projektdossier zur B6n wird wahrheitswidrig behauptet, die Trasse verlaufe nur über Ackerflächen und Grünland und niemand werde durch sie neu oder zusätzlich belastet. Unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz erhält die Vereinigung nach langem Gezerre die von Bremen beim Bund eingereichten Unterlagen, und siehe da: Schon im von der DEGES im Auftrag des Verkehrssenators eingereichten Antrag werden die Auswirkungen der Flughafenumfahrung auf die Wolfskuhle verschwiegen.

Die ebenfalls eingereichte Bremer Vorzugsvariante als Flughafentunnel wurde vom Bund mit der Begründung "kein Bedarf" aussortiert.

Das Verkehrsressort behauptet, das Bundesverkehrsministerium habe sich über getroffene Absprachen hinweg gesetzt. Stattdessen solle der achtstreifige Ausbau der A1 in den vordringlichen Bedarf aufgenommen werden. CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Röwekamp hingegen schreibt an das Bundesverkehrsministerium: "Jede B6n ist besser als keine B6n!" Im Sommer findet dazu in der Bremischen Bürgerschaft eine hitzige Debatte statt.

Der Bundestag verabschiedet im Dezember 2016 endgültig den Bedarfsplan und das Fernstraßenausbaugesetz. Im Vergleich zum Referentenentwurf gibt es keine Änderungen. Die B6n-Flughafenumfahrung bleibt im "vordringlichen Bedarf".

37. Anfang 2017 fordern Interessenvertretungen der Wirtschaft aus Stuhr gemeinsam mit der Bremer CDU, die Federführung für die Planungen der B6n von Bremen nach Niedersachsen zu übertragen, weil sie sich dadurch eine Beschleunigung versprechen. Die Gemeinde Stuhr möchte das bestehende Gewerbegebiet Ochtum Park erweitern. Das ist nur möglich, wenn mit der B6n eine zusätzliche Verkehrsanbindung geschaffen wird.

38. Im September 2017 informieren das Verkehrsressort und die DEGES darüber, dass vor Beginn der Bauarbeiten für den BA 2.2 zur Bewältigung der Baustellenumfahrungsverkehre vorbereitende Straßenbaumaßnahmen notwendig sind. Die Habenhauser Brückenstraße soll verbreitert und Kornstraße und Kirchweg vorher mit widerstandsfähigerem Asphalt saniert werden. Für diese Arbeiten wird mit einer Bauzeit von 1 Jahr kalkuliert. Auf dem Kirchweg und in der Kornstraße sind dafür zeitweise Vollsperrungen notwendig. Für die Anwohner und Gewerbetreibenden in der Kornstraße bedeutet das: Sie werden zunächst 1 Jahr lang nur eingeschränkt oder gar nicht erreichbar sein und müssen danach für mindestens 3 Jahre die Verkehrszunahme und Staus während des Autobahnbaus ertragen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass es zeitgleich auch noch Baustellen auf der A1 und der B75 geben wird. Damit droht dem gesamten Bremer Süden ein Verkehrskollaps.

39. Anfang 2018 stellen die LINKEN in der Bremer Bürgerschaft eine Große Anfrage zum zukünftigen Trassenverlauf der B6n. Die Fraktion fragt u.a. nach den Falschaussagen und  Widersprüchen in der Bremer Anmeldung für den Bundesverkehrswegeplan, nach dem Stand der angekündigten Verhandlungen zwischen Senat und Bund zum Flughafentunnel B6n. Weiter möchten die LINKEN wissen, ob mit dem Bund darüber gesprochen worden ist, die Mittel für den BA 2.2 und die B6n zuisammenzufassen, um damit den Flughafentunnel zur A1 nach Brinkum zu finanzieren. Der Senat antwortet darauf mit Vernebelungen und alternativen Fakten. Auch eine Bürgerschaftsdebatte Ende Mai bringt keine weitere Aufklärung.