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20. Das Verwaltungsgericht Bremen setzt am 11.3.2010 das LKW-Fahrverbot vorläufig außer Kraft. Grund: Vom Amt für Straßen und Verkehr waren dem Gericht nur unvollständige, nicht nachvollziehbare und zum Teil falsche Berechnungen zu den Auswirkungen des LKW-Fahrverbotes vorgelegt worden. Die Vereinigung hatte auf diese Unzulänglichkeiten seit November 2009 immer wieder hingewiesen. Ohne Erfolg. Die Frage, ob dieses fehlerhafte Verwaltungshandeln auf Unfähigkeit zurückzuführen ist oder ob dahinter Kalkül steckt, bleibt offen. Der Verkehrsenator legte Widerspruch gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichtes ein. Am 21.6.2010 bestätigt das Oberverwaltungsgericht, die vorläufige Außerkraftsetzung des LKW-Fahrverbots. Es fordert die Verwaltung auf, im laufenden Widerspruchsverfahren die Begründungen für die Verkehrsanordnung nachzubessern. Gleichzeitig bekräftigt es, dass ein LKW-Fahrverbot rechtlich und sachlich möglich ist

21. Anfang Juni 2010 verständigen sich Bremen und Niedersachsen auf eine Planungsvereinbarung für den länderübergreifenden BA 5/B 6n, fast 1 Jahr nachdem der Runde Tisch seine Vorzugsvariante unter dem Flughafen hindurch vorgelegt hatte. Die Federführung bei der Planung hat Bremen. Die Planfeststellungsunterlagen für die Gesamtstrecke sollen bis Mitte 2015 erarbeitet werden, der Planfeststellungsbeschluss bis Ende 2016 erfolgen und die Verkehrsfreigabe im Jahr 2020. Ob der Bund bereit und in der Lage ist, den Tunnel unter dem Flughafen zu finanzieren, ist weiter unklar.

22. Das Bundesverwaltungsgericht verkündet am 24.11.2010 sein Urteil zu den Klagen gegen den Bauabschnitt 2.2. der A 281. Es stellt die Rechtswidrigkeit und Nichtvollziehbarkeit des Planfeststellungsbeschlusses fest. Bremen hat die Prozesskosten komplett zu übernehmen.
Einige Entscheidungsgründe werden bereits in der Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichtes genannt. Darüber hinaus kritisiert der Vorsitzende Richter in seiner mündlichen Begründung noch weitere Planungsmängel:
1. Die nachträgliche Veränderung der Südvariante mit einer hoch geführten Autobahn statt eines Tunnels führe zu einer zusätzlichen Lärmbelastung der Menschen im Wohngebiet Huckelriede und nicht zu einer Entlastung.
2. Die Abschnittsbildung ohne Berücksichtigung des Bauabschnitts 5 sei unzulässig.
3. Es sei nicht geprüft worden, ob das LKW-Fahrverbot auf der Kattenturmer Heerstraße eine Alternative zum Bau der Querspange sein könne. Zudem habe die Verwaltung dafür zu niedrige Zahlen zu den betroffenen LKW vorgelegt.
4. Die Kosten für den Erwerb der Häuser der "Inselbewohner" (an der Kreuzung Neuenlander Str./Kattenturmer Heerstraße) seien nicht in Relation zu den Baukosten der Querspange gesetzt worden.
Schon in der mündlichen Urteilsbegründung wurden alle zentralen Argumente der Kläger aufgenommen.
 
23. Nach aufgeregten öffentlichen Diskussionen über die aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zu ziehenden Konsequenzen beschließt der Senat am 11.1.2011, ein neues Moderationsverfahren "für eine anwohnerverträgliche und schnelle Realisierung des Bauabschnitts 2/2 der A 281". Dieser "Runde Tisch" nimmt am 18.1.2011 seine Arbeit auf. Er verständigt sich darauf, den Bauabschnitt 2.2 im Zusammenhang mit dem Bauabschnitt 5 / der B 6n und dem Bauabschnitt 2.1 zu betrachten und zu planen. Anders als bei den bisherigen Runden Tischen sind auch das Wirtschaftsressort und Vertreter der Wirtschaft dabei. Der Runde Tisch soll seine Ergebnisse bis Ende April 2011 vorlegen.

24. Ende Februar 2011 liegen die umfangreichen Urteilsbegründungen des Bundesverwaltungsgerichtes vor. In einem für die weiteren Planungen zentralen Punkt fallen sie weniger verbindlich aus als von den Klägern und den Bürgerinitiativen erwartet und erhofft. Das Gericht stellt zwar fest, dass sich eine zügige Gesamtplanung der Bauabschnitte 2.2 und 5 inhaltlich angeboten hätte, sie jedoch rechtlich nicht zwingend sei, weil sich beide Bauabschnitte in unterschiedlichen Dringlichkeitsstufen des Bundesverkehrswegeplans befänden. Das erschwert die Versuche der Bürgerinitiativen, am Runden Tisch eine ganzheitliche Planung der A 281 im Bremer Süden durchzusetzen.