15. Der Runde Tisch zum BA 5 nimmt im Sommer 2008 unter der Moderation von Rechtsanwältin Annemarie Czichon und Staatsrat a.D. Dr. Hans-Christoph Hoppensack seine Arbeit auf. Die Forderung von Bürgerinitiativen und Ortsämtern/Beiräten, die beiden Bauabschnitte gemeinsam zu betrachten und aufeinander abzustimmen, wird von Verwaltung und Planern abgelehnt.

16. Trotz aller Kritik und parallel zur Arbeit des Runden Tisches zum BA 5 erlässt der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa am 7.4.2009 den Planfeststellungsbeschluss für den Bauabschnitt 2.2. Grundlegende Änderungen an den Planungen werden nicht vorgenommen. Der Beschluss sieht den sofortigen Baubeginn vor.

4 Betroffene reichen Ende Mai 2009 stellvertretend für alle anderen Anwohnerinnen und Anwohner Klagen beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein. Neben den Klagen in der Hauptsache sind die beiden Anwälte gezwungen, auch Eilverfahren gegen den sofortigen Vollzug des Planfeststellungsbeschlusses einzuleiten. Der Senator für Umwelt. Bau, Verkehr und Europa hat inzwischen verbindlich gegenüber dem Bundesverwaltungsgericht erklären lassen, dass mit dem Bau nicht vor Abschluss des Gerichtsverfahrens begonnen wird.

Mit einem Urteil des Gerichts ist im Frühjahr/Sommer 2010 zu rechnen.

17. Der Runde Tisch zum BA 5 legt nach 16 Sitzungen und intensiver Kleinarbeit auf der Grundlage einer Bewertungsmatrix am 16.6.2009 eine einstimmige Empfehlung für eine Bremer Vorzugsvariante vor: Der Bauabschnitt 5 soll vom jetzigen Hornbach-Gelände aus unter dem Flughafen hindurch abseits des Wohngebietes und der Kleingärten der Wolfskuhle über die Ochtum hinweg zur A 1 nach Brinkum geführt werden. Der Senator für Verkehr und alle Fraktionen der Bremischen Bürgerschaft sprechen sich am 18.6.2009 in der Bremischen Bürgerschaft für diese Lösung aus. Entscheidend ist jedoch, ob auch das Bundesverkehrsministerium zustimmt und bereit ist, die Baukosten zu tragen.

18. Mit der einmütigen Unterstützung für die Bremer Vorzugsvariante des BA 5 sind Politik und Verwaltung de facto von den bei den Planungen für den BA 2.2 zugrunde gelegten Prämissen abgerückt, den BA 5 am Flughafen vorbei zu führen und an den Knotenpunkt vor Huckelriede und die Querspange anzubinden. Die aus der Sicht der Bürgerinitiativen zwingende Konsequenz, den BA 2.2 in der bisherigen Form nicht mehr weiter zu verfolgen, haben sie bisher jedoch nicht gezogen.

19. Die Menschen an der Kattenturmer Heerstraße haben es seit langem gefordert, der Runde Tisch zum BA 2.2 hatte sich darauf verständigt, und am 9.11.2009 trat es endlich in Kraft: das ganztägige Fahrverbot für LKW über 7,0 Tonnen auf der Kattenturmer Heerstraße. Damit werden mehr als 1.000 Menschen erheblich und nachhaltig von Lärm und Dreck entlastet, allerdings nicht nur die Menschen, sondern auch die Kreuzung Neuenlander Straße/Kattenturmer Heerstraße, insbesondere die Rechtsabbiegespur zur Kattenturmer Heerstraße. Die notwendige Entlastung dieser Kreuzung war die letzte verbliebene Begründung für die Querspange zur Kattenturmer Heerstraße. Auch sie ist definitiv nicht mehr haltbar.