Der Beirat Obervieland befasste sich am Dienstag, dem 13.Januar 2015, 19:30 Uhr, im voll besetzten Bürger- und Gemeinschaftszentrum Obervieland mit einem Bürgerantrag. Darin wird er gebeten, seine bisherige Zustimmung zum Bauabschnitt 2.2 der A 281 zu überdenken und stattdessen den Verkehrssenator aufzufordern, kein neues Planfeststellungsverfahren für diesen Autobahnabschnitt einzuleiten.

Als zusätzliche Argumentations- und Entscheidungshilfe hatte die Vereinigung der Bürgerinitiativen dem Beirat noch vor Weihnachten ein Informationspapier übersandt: "Was hat sich seit den letzten Beschlüssen des Beirats Obervieland verändert, welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen und welche neuen Möglichkeiten gibt es?"

Jens Körber und Norbert Breeger von der Vereinigung der Bürgerinitiativen hatten die Möglichkeit, den Bürgerantrag und seine Begründungen vorzustellen. Ergänzt wurden sie durch Bernd Nehrhoff von der Initiative "Keine Stadtautobahn durch Arsten und Habenhausen", der auf einen schon vor 4 Jahren gestellten aber immer noch unbeantworteten eigenen Bürgerantrag verwies, in dem wie auch von der Vereinigung gefordert wird, auf den Bauabschnitt 2.2 zum Zubringer Arsten zu verzichten und stattdessen direkt unter dem Flughafen hindurch zur A 1 nach Brinkum zu gehen.

Auf die Vertreter der Bürgerinitiativen entgegnete Erich Peters (SPD), indem er ausführlich aus Papieren der Bremer Verkehrsverwaltung und des Bundes zitierte, aus denen er folgerte, dass es keine Alternativen zum Bauabschnitt 2.2 und auch keine neuen Entwicklungen gäbe, die ein nochmaligen Nachdenken des Beirates erforderlich machten.

Anders sahen das die GRÜNEN, die LINKE und das parteilose Beiratsmitglied Elke Scharff, die einen fraktionsübergreifenden Antrag einbrachten:

"Der Beirat Obervieland lehnt die weiteren Planungen zum Bauabschnitt 2.2 zur A 281 ab und fordert den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr auf, sich für die Variante 8 vom Runden Tisch einzusetzen und die Planungen komplett zu überarbeiten. Das Planfeststellungsverfahren für die Variante 4 Süd modifiziert ist einzustellen. Zu Klärungen der tiefgreifenden Fragestellungen muss der Runde Tisch einberufen werden."

Für die Übergangszeit fordern sie den Bau der vierspurigen Auf- und Abfahrt am Neuenlander Ring.

Die Antragsteller warben bei SPD und CDU intensiv darum, möglichst zu einer einstimmigen Beschlussfassung zu kommen, im Ergebnis jedoch erfolglos.

Der Bürgerantrag und der fraktionsübergreifende Antrag wurden mit jeweils 7 Ja- und 9 Nein-Stimmen bei 1 Enthaltung abgelehnt. Aus der SPD-Fraktion gab es immerhin 1 Ja-Stimme und 1 Enthaltung.

Die CDU ergriff in der anderthalbstündigen Debatte nicht ein einziges mal das Wort.

Nach den Abstimmungen gab es heftige Unmutsbekundungen unter den zahlreichen Besuchern der Beiratssitzung.

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