Die Vereinigung der Bürgerinitiativen musste erst mit einer Untätigkeitsklage drohen, um mit mehrwöchiger Verzögerung vom Verkehrssenator den Gesehenvermerk des Bundesverkehrsministeriums zu den Entwürfen für den Bauabschnitt 2.2 der A 281 zu erhalten. Inzwischen ist er in Auszügen auch auf der Website des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr veröffentlicht worden, ergänzt durch Erläuterungen und Interpretationen der Verwaltung.
http://www.bauumwelt.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen213.c.6155.de

Das Bundesverkehrsministerium gibt seine grundsätzliche Zustimmung zu den eingereichten Plänen für die Variante „4 Süd modifiziert“ des Bauabschnitts 2.2. Der Bund fordert allerdings eine gravierende Änderung. Das bestehende Trog-/Tunnelbauwerk zwischen Neuenlander Straße und Zubringer Arsten soll vollständig abgerissen und neu gebaut werden. Bisher war geplant, den vorgesehenen neuen Tunnel an das alte Bauwerk „anzuflicken“. Das hätte erhebliche bauliche Risiken beinhaltet und – so die Aussagen des Verkehrssenators – der alte Tunnel hätte in einigen Jahren ohnehin erneuert werden müssen. Die Mehrkosten des Neubaus liegen laut Verkehrsressort bei 8 bis 10 Millionen €. Bremen hofft, dass sie vom Bund übernommen werden. Sicher ist das jedoch keineswegs, denn das Bundesverkehrsministerium bekräftigt im Gesehenvermerk, dass es nur bereit ist die Kosten für eine „Planfeststellungsvariante ohne Querspange“ zu tragen, und in der ist keinerlei Tunnel vorgesehen. Der Bremische Anteil an den reinen Baukosten von bisher gut 30 Millionen € kann sich also durchaus weiter und erheblich erhöhen.

Sollte der alte Tunnel irgendwann tatsächlich erneuert werden müssen, liegt die Kostenzuständigkeit hingegen eindeutig beim Bund.

Ob Flickwerk oder Neubau: Während der Bauzeit wird es zu massiven Verkehrsbehinderungen kommen. Das Bremer Verkehrsressort schreibt dazu: „Weiterhin wird angestrebt, die Beeinträchtigungen in der Bauzeit zu minimieren und unter Beibehaltung der wesentlichen Verkehrsbeziehungen zu bauen“, also nicht aller. Die DEGES hatte bekanntlich am 14.10.2014 im Beirat Obervieland ein Modell vorgestellt, in dem das Linksabbiegen auf die Neuenlander Straße und den Zubringer Arsten unmöglich gemacht werden soll.

Breiten Raum nimmt im Gesehenvermerk die Bundesstraße 6 neu ein. Der Bund macht klar, dass für ihn die noch im Bremer Flächennutzungsplan enthaltene Festlegung auf die Bremer Vorzugsvariante unter dem Flughafen hindurch völlig bedeutungslos ist, zumal der Bremer Vorentwurf „ausdrücklich die planerische Option zur Realisierung der Rollfeldumfahrung“ enthalte. Sollte Bremen doch an einer Rollfelduntertunnelung zur Anbindung der B 6n festhalten, habe es die Mehrkosten zu tragen. Doch nicht nur das: „Gleiches gilt für die im Rahmen des Baus des BA 2.2 für eine Umfahrungsvariante vom Bund getragene Vorleistungen, soweit eine andere technische Lösung von der Freien Hansestadt Bremen veranlasst und von ihr vertreten ist.“ Zur Erinnerung: Staatssekretär Ferlemann hatte sich im Sommer 2012 bereit erklärt, 3,8 Millionen € zusätzlich für eine Verlängerung des Troges zu übernehmen, um damit eine ebenerdige Anbindung der B 6n auf dem Anwesen Plate und vor dem Wohngebiet Huckelriede zu ermöglichen. Dieses Geld müsste Bremen bei Unbotmäßigkeit gegenüber dem Bund auch noch zurückzahlen.

Durch die vom Bund geforderten „Nachbesserungen“ wird sich laut Verkehrssenator der Beginn des neuen Planfeststellungsverfahrens in das Frühjahr 2015 verschieben.