Viele Gewerbetreibende an der Kornstraße und am Kirchweg haben Angst vor dem Baustellen- und Verkehrschaos im Zusammenhang mit dem Bau der A281. Damit die Kornstraße und der Kirchweg den Ausweichverkehr während der Errichtung des Bauabschnitts 2.2 verkraften können, sollen sie vorher saniert werden, zum Teil unter Vollsperrung. Das wird mindestens 1 Jahr dauern. Das bedeutet, viele Geschäfte und Betriebe werden nicht oder nur eingeschränkt erreichbar sein. Anschließend muss für den Bau der Autobahn der Tunnel zum Arster Zubringer für mindestens drei weitere Jahre gesperrt werden. Das führt zu einer massiven Zunahme des Verkehrs auf der Kornstraße und den benachbarten Wohngebieten in der Neustadt und in Obervieland.

Die Geschäftsleute befürchten, dass die mangelhafte Erreichbarkeit für Kunden, Lieferanten und auch die eigenen MitarbeiterInnen ihre Arbeitsfähigkeit und sogar die wirtschaftliche Existenz bedrohen wird. 22 von ihnen haben deshalb einen Brief an Verkehrssenator Lohse geschrieben, um ihn auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen und ihn aufzufordern zu prüfen, ob es nicht sinnvolle und weniger schädliche Alternativen zum Bau der Autobahn nach Arsten gibt.

Der Brief wurde zur Kenntnisnahme auch an die Mitglieder der Verkehrsdeputation und den Beirat Neustadt geschickt. Beigefügt war ein Bericht des Weser Reports über ein Pressegespräch mit den Betroffenen.

Auf den Brief der Gewerbetreibenden antwortete Verkehrsenator Lohse fast zwei Monate später am 28.1.2019. Er bestätigt in seiner Antwort, dass es in der Kornstraße, nicht nur während der Bauphase und vor allem während der Tunnelsperrung sondern auf Dauer mehr Verkehr geben wird. Im Schreiben heißt es weiter: "Das vorhandene Tunnel- und Trogbauwerk hätte aber auch unabhängig von der A281 in den nächsten Jahren saniert bzw. ersetzt werden müssen, dieses hätte vergleichbare verkehrliche Folgen gehabt." In der Tat behaupten die Straßenplaner seit Ende 2015, dass eine Sanierung des vorhandenen Bauwerks irgendwann notwendig sein wird, und zwar innerhalb der nächsten 20 Jahre. Es wäre daher Zeit genug vorhanden, vorher die B6n unter dem Flughafen hindurch zur A1 nach Brinkum zu bauen. Mit ihr würde auch eine funktionierende Ausweichstrecke geschaffen und der Baustellenumfahrungsverkehr müsste anders als bisher geplant nicht in die Wohngebiete geleitet werden.

Die Gewerbetreibenden und die Vereinigung der Bürgerinitiativen haben den Verkehrssenator unter Berufung auf das Bremer Informationsfreiheitsgesetz mit getrennten Schreiben aufgefordert, ihnen die Berechnungen und Gutachten zu übersenden, aus denen sich der angebliche dringende Sanierungsbedarf des vorhandenen Tunnel- und Trogbauwerks ergibt. Eine Antwort muss innerhalb eines Monats erfolgen. Den Brief der Bürgerinitiativen finden Sie hier.

Nach nochmaliger Erinnerung wurde zumindest ein Teil der erbetenen Unterlagen übersandt. Danach wurde das Trog-/Tunnelbauwerk 2013 vom Ingenieurbüro Grassl aus Hamburg intensiv untersucht. Alle Bauwerksteile befinden sich in einem ausreichenden, befriedigenden und die meisten sogar in einem guten Zustand. Alle Mängel lassen sich im Rahmen der üblichen Bauwerksunterhaltung beheben. Es gibt keine Standsicherheits- und Verkehrssicherheitsrisiken. Damit ist ein Ersatzneubau nicht erforderlich.

Die vollständigen Gutachten können bei Interesse bei der Vereinigung der Bürgerinitiativen angefordert werden.

Buten un Binnen berichtete am 21.2.2019 über die Baustellenplanungen für das laufende Jahr. Danach soll mit den Arbeiten auf Kornstraße und Kirchweg im Herbst begonnen werden. Den Bericht finden Sie hier. Verkehrsstaatsrat Ronny Meyer versteht den Ärger und die Befürchtungen, aber: "Das ist notwendig, wenn man die A281 haben will."

Doch wer will den tatsächlich noch den Bauabschnitt 2.2 zum Zubringer Arsten haben ?

Eine überraschende Wendung nahmen die Baustellenplanungen für die Kornstraße. Die DEGES teilte am 2.4.19 auf einer Informationsveranstaltung der Handelskammer mit, dass die Kornstraße jetzt trotz der zum Teil maroden Kanäle nicht vor dem Beginn der Bauarbeiten für den BA 2.2 saniert werden soll. Die Kanäle müssten jedoch intensiv beobachtet werden.

Die Präsentation der DEGES finden Sie hier.