Der Landesverband der Gartenfreunde unterstützt die Vereinigung in ihrem Kampf um den Erhalt der Gartenheimsiedlung und der 3 Kleingartengebiete in der Wolfskuhle. Auch für ihn kommt nur eine B 6n unter dem Flughafen hindurch infrage. Der Landesverband hat deshalb die Bürgerschaftsfraktionen um eindeutige Aussagen dazu gebeten, wie verbindlich die bisherigen politischen Beschlüsse zur B 6n tatsächlich sind. Über die Antworten informiert er in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Gartenfreund".
Die Bremische Bürgerschaft hat am 18.10.2012 einstimmig beschlossen, die Variante 4 Süd-modifiziert des Bauabschnitts 2.2 weiter zu verfolgen. Gleichzeitig bekräftigte sie ebenfalls einstimmig, dass es bei der B 6n nur eine Führung vom Hornbach-Gelände aus unter dem Flughafen hindurch geben darf. Grundlage der Beschlussfassung war ein Antrag von SPD und GRÜNEN, dem sich auch die LINKE nachträglich anschloss. Die Beschlüsse der Bürgerschaft kommentiert die Vereinigung der Bürgerinitiativen in einer Presseerklärung.

Bürgerversammlung am 3.9.2012  
Der Gemeindesaal der Markusgemeinde am Arsterdamm war mit mindestens 250 Besuchern völlig überfüllt. Sie kamen, um sich von der Vereinigung der Bürgerinitiativen über die aktuellen Vorschläge für einen Bauabschnitt 2.2. der A 281 und ihre Auswirkungen auf  ihre Wohngebiete informieren zu lassen. Deutlich wurde dabei: Es gibt einen unauflösbaren Zusammenhang zwischen dem Bauabschnitt 2.2 und der B 6n zur A 1 nach Brinkum. Das Bundesverkehrsministerium verlangt, dass auch eine Flughafenumfahrung durch das Wohngebiet und die Kleingärten der Wolfskuhle möglich bleiben muss, ja ist sogar bereit, dafür finanzielle Vorleistungen zu erbringen. Einhellige Forderung an Bau- und Verkehrssenator Dr. Joachim Lohse und die Bürgerschaftsabgeordneten Jürgen Pohlmann (SPD), Dr. Matthias Güldner (GRÜNE), Frank Imhoff (CDU) und Peter Erlanson (LINKE): Diese Menschen und Wohngebiete schädigende Variante muss für immer und ewig ausgeschlossen sein.

Die von den Vertretern der Bürgerinitiativen gezeigte Präsentation finden Sie hier. Zur Vorbereitung auf die Bürgerversammlung hatten die Initiativen an das Verkehrsressort zahlreiche Fragen gestellt. Die ersten Antworten können Sie hier lesen, die zweite Lieferung mit Lärmkarten zur Ist-Situation und zu den Wirkungen der Varianten 4 Süd und 4 Süd modifiziert erreichen Sie hier.

Buchpräsentation in der VHS-Süd

Das Buch "Kattenturm und Kattenesch - Geschichte und Geschichten" erblickte jüngst in der Volkshochschule Bremen-Süd das Licht der Welt. Es ist aus einer von Renate Neumann-Breeger im vergangenen Winter geleiteten Geschichtswerkstatt der VHS hervorgegangen. Weitere Informationen über die Buchpräsentation und das Buch erhalten Sie hier.

Bürgerinitiativen fordern:  An Beschlüssen des Runden Tisches festhalten ! 

Die Vereinigung der Bürgerinitiativen hat ihre Stellungnahme zu den weiteren Planungen beim BA 2.2 der A 281 abgegeben. Darin fordern die 6 Bürgerinitiativen und 3 Kleingartenvereine, in vollem Umfang an den Beschlüssen des Runden Tisches festzuhalten. Das heißt u.a.:  Sie wollen weiter den langen Tunnel vor Huckelriede, den Erhalt des historischen Anwesens Plate an der Neuenlander Straße und verbindliche Aussagen Bremens und des Bundes, dass es bei der B 6n keine Flughafenumfahrung geben wird. Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier.

Die Positionen der Vereinigung sind im Koordinierungskreis aller Vereinigungsmitglieder erarbeitet worden und fanden auf der von mindestens 250 Menschen besuchten Bürgerversammlung am 3.9.2012 große Unterstützung.

Bremen und der Bund hatten ihre Gespräche zur Umsetzung der vom Runden Tisch einstimmig verabschiedeten Variante 4 Süd nach mehr als 1 Jahr beendet. Über die Ergebnisse informierten Verkehrssenator Dr. Joachim Lohse und die Planungsgesellschaft DEGES am 16.7.2012 den Runden Tisch.

 Der Bund lässt Bremen freie Hand, auch die Variante 4 Süd mit einem Tunnel von 407 Meter und einem Trog von 206 Metern Länge zu bauen, ist aber nur bereit, sich mit knapp einer halben Million € an den Mehrkosten von 25 Millionen € zu beteiligen. Großzügiger ist er bei einer modifizierten Variante mit 173 Meter Tunnel und 270 Meter Trog. Er bietet an, 6,397 Millionen € dazu zu geben, bei zusätzlichen Lärmschutzwänden nur noch 5,990 Millionen €. Bei diesen Lösungen müsste Bremen selbst nicht knapp 25 sondern nur 8 bis 9 Millionen € aufbringen.

 Die DEGES zeigte dem Runden Tisch eine umfangreiche Präsentation. Diese finden Sie hier.

 Für die Vereinigung ist entscheidend, ob die modifizierte Variante tatsächlich einen vergleichbaren Schutz und eine vergleichbare Lebensqualität für die Anwohner garantiert wie die Vorzugsvariante des Runden Tisches. Hier sind Zweifel angebracht:

 Für die Menschen im Wohngebiet Huckelriede bringt sie mit Sicherheit wie auch die Ursprungsvariante eine überfällige, erhebliche und verdiente Lärmentlastung, die Menschen in der Wolfskuhle und an der Kattenturmer Heerstraße hingegen müssten mit steigendem Lärmpegel rechnen. Um das proklamierte Ziel der A 281 einzulösen, Wohngebiete zu entlasten, reicht es nicht aus, allein die Grenzwerte der 16. Bundesimmissionsschutzverordnung einzuhalten, betonten die Vertreter der Vereinigung am Runden Tisch.

 Massive Verschlechterungen bringt der neue Vorschlag für den Hof der Familie Plate. Statt eines geschlossenen Tunnels würde jetzt ein offener Trog mit erheblichen Lärm- und Abgasbelastungen direkt hinter dem Haus verlaufen. Das Anwesen der Familie Wähmann würde weiter zu ca. einem Drittel in Anspruch genommen werden. Eine Prüfung, ob die Trasse nicht weiter auf das Grünland des Flughafens verschoben werden kann, hat bisher nicht stattgefunden.

Trotz aller anerkennenswerten Bemühungen des Verkehrsressorts und der Planer bleibt ein Grundproblem: Der Bauabschnitt 2.2. zum Zubringer Arsten führt eine vierspurige Autobahn mitten durch Wohngebiete. Das ist nur bei optimalem Lärmschutz – auch am Zubringer Arsten – zu verantworten.

Mit der veränderten Variante kehrt zudem eine schon gebannt geglaubte Bedrohung für die Menschen in Huckelriede, am vorderen Teil der Kattenturmer Heerstraße und vor allem in der Wolfskuhle zurück: die B 6n zur A 1 nach Brinkum. Der Bund will sie weiterhin am Flughafen vorbei führen und begreift den langen Trog als eine Vorleistung für einen zukünftigen Anschlusspunkt. Das geht auch aus einem Brief des Parlamentarischen Staatssekretärs Ferlemann an Senator Lohse hervor, der am Tag des Runden Tisches per Fax im Ressort eingetroffen war. Den Brief finden Sie hier.

 Auch wenn der Bund offiziell nur zur Bedingung macht, dass alle denkbaren Anschlussmöglichkeiten einer B 6n offen gehalten werden, so ist doch zu befürchten, dass hier Fakten für eine Flughafenumfahrung durch die Kleingärten und die Wohnsiedlung in der Wolfskuhle geschaffen werden, zumal Senator Lohse am Runden Tisch ausführte, Bremen könne mit dem Auftraggeber Bund keine Gespräche auf Augenhöhe führen. Zur Erinnerung: Ein Runder Tisch und die Bremische Bürgerschaft hatten sich einstimmig dafür ausgesprochen, die B 6n vom Hornbachgelände aus unter dem Flughafen hindurch zu führen.

Die Vereinigung erklärte am Runden Tisch, dass sie ihre endgültigen Bewertungen erst nach einer Bürgerversammlung nach den Sommerferien abgeben wird. Alle Akteure des Runden Tisches haben die Möglichkeit, bis Mitte September Stellungnahmen abzugeben. Mitte Oktober soll dann die Bremische Bürgerschaft eine Entscheidung darüber treffen, welche Variante weiter verfolgt wird. Mit einem Planfeststellungsbeschluss ist nicht vor 2015 zu rechnen.