Der letztjährige Beschluss der Bremischen Bürgerschaft, am B6n - Flughafentunnel festzuhalten und die im Bundesverkehrswegeplan stehende oberirdische Flughafenumfahrung weiter abzulehnen, hat Stuhrer Wirtschaftslobbyisten auf den Plan gerufen. Sie fordern, unterstützt von CDU und GRÜNEN im Stuhrer Gemeinderat und dem örtlichen CDU-Bundestagsabgeordneten, die Federführung für die Planung der B 6n von Bremen nach Niedersachsen zu verschieben und so schnell wie möglich mit den Planungen für die Trasse durch die Wolfskuhle zu beginnen.

Die Landesregierungen aus Bremen und Niedersachsen hatten am 5.5.2009 auf einer gemeinsamen Kabinettssitzung eine Vereinbarung getroffen, nach der die Federführung in Bremen liegen soll, weil hier die planerischen Schwerpunkte liegen. Gleichzeitig hatte der Senat zu Protokoll gegeben, dass er die Bremer Vorzugsvariante unter dem Flughafen hindurch wünscht.

Das Niedersächsische Verkehrsministerium hat inzwischen mitgeteilt, es sehe keinen Grund, an der geltenden Aufgabenverteilung etwas zu ändern. Von interessierten Kreisen in Stuhr wird jedoch weiter Druck aufgebaut. Dem diente auch eine "Informationsveranstaltung" der Mittelstandsvereinigung der CDU am 16.2.2017. An ihr nahmen auch VertreterInnen der Vereinigung der Bürgerinitiativen für eine menschengerechte A 281 teil und meldeten sich zu Wort..

Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung, Bernd-Artin Wessels, und andere Vortragende und Diskussionsteilnehmer machten klar: Für sie haben ihre wirtschaftlichen Eigeninteressen eindeutigen Vorrang und die auf Bremer Seite angerichteten Schäden durch die B 6n-Flughafenumfahrung seien im Vergleich dazu absolut nachrangig.

Hier ein Bericht und Kommentar der Kreiszeitung.

Die Regionale Rundschau berichtete am 18.2.2017 über den Verlauf der Veranstaltung.

Das Alternativkonzept der Bürgerinitiativen - Verzicht auf den BA 2.2 der A 281 und mit der B6n unter dem Flughafen hindurch zur A 1 nach Brinkum - erhielt in der Regionalen Rundschau vom 23.2.2017 breiteren Raum. Die vollständige Stellungnahme von BI-Sprecher Norbert Breeger finden Sie hier.

Zwei Leserbriefe vom 21.2.2017 und 24.2.2017 wandten sich ebenfalls gegen die rücksichtlose Strategie der Wirtschaftslobbyisten.

Keine Rolle spielte bisher, welche praktischen Konsequenzen ein Wechsel in der Planungsfederführung für die B6n denn tatsächlich hat. Sie dürften eher gering sein: Im geltenden Bremer Flächennutzungsplan ist ausdrücklich die B6n unter dem Flughafen hindurch eingezeichnet. Die Bremische Bürgerschaft müsste also vor einer konkreten Planung der oberirdischen Flughafenumfahrung den Flächennutzungsplan ändern. Und: Das Planfeststellungsverfahren für den Bremischen Abschnitt der B6n muss selbstverständlich weiter vom Bremer Verkehrsressort durchgeführt und verantwortet werden.

Die CDU legte mit einer Veranstaltung am 14.3.2017, zu der auch Jens Eckhoff und Heiko Strohmann von der Bremer CDU eingeladen waren, noch einmal nach. Sie will den Druck auf den Bremer Senat weiter erhöhen, doch die B6n-Flughafenumfahrung zu bauen. Darüber berichteten die Regionale Rundschau und die Kreiszeitung Syke.

Die Vereinigung der Bürgerinitiativen für eine menschengerechte A 281 schickte als Reaktion auf  die Behauptungen der CDU eine Presseerklärung  "CDU missbraucht B6n für parteitaktische Spielchen" an die beiden Zeitungen. In der Regionalen Rundschau vom 17.3.2017 wurden zentrale Aussagen wiedergegeben.