Die Menschen im Bremer Süden müssen sich in den nächsten Jahren auf mehrere Großbaustellen einrichten - nicht nur auf die Mammutbaustelle für den Bauabschnitt 2.2 der A 281 mit der mehrjährigen Sperrung des Tunnels zum Zubringer Arsten.

Schon länger vorgesehen ist der vierspurige Ausbau der Habenhauser Brückenstraße. Pläne dafür wurden jetzt im Beirat Obervieland vorgestellt. Die Baumaßnahme soll 2019 durchgeführt werden. Der Weser Report  und der Stadtteilkurier berichteten. Neben einer langfristigen Verbesserung des Verkehrsflusses geht es auch darum, die Brückenstraße so zu erweitern, dass sie den zusätzlichen Verkehr während der Tunnelsperrung aufnehmen kann. Die DEGES wird zitiert: "Wir wollen gewährleisten, dass der Ausbau fertig ist, bevor es an der Kattenturmer Heerstraße los geht."

Nicht geplant war der Ersatzneubau der Ochtumbrücke im Zuge der A1 zwischen Brinkum und Arsten, wie der Weser Kurier informierte. Zwischen Stuhr und Bremen-Arsten herrschte schon im letzten Jahr wegen der Fahrbahnerneuerungsarbeiten oft Ausnahmezustand. Die Planer hoffen, diese Arbeiten bis Ende 2018 abschließen zu können. Durch den Brückenneubau verlängert sich die Baustellenphase bis mindestens Ende 2019. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen allerdings, dass die ursprünglich genannten Termine nur sehr selten eingehalten werden.

Völlig im Verkehrschaos versinken würde der Bremer Süden, wenn zeitgleich auch noch der Tunnel zwischen Neuenlander Straße und Zubringer Arsten voll gesperrt wäre. Die Verwaltung hat auf der Sitzung der Verkehrsdeputation am 14.9.2017 mitgeteilt, dass der Planfeststellungsbeschluss für den Bauabschnitt 2.2 bis Sommer 2018 vorliegen und danach schnellstmöglich mit den Bauarbeiten begonnen werden soll. Zwar soll zunächst am Neuenlander Ring angefangen werden, doch nach der bisher bekannten Bauablaufplanung der DEGES werden sich beide Großbaustellen danach zeitlich überschneiden. Der Verkehrssenator und die Planer müssen deshalb verpflichtend erklären, dass während der notwendigen Brückenerneuerung auf der A1 keine weiteren Großbaustellen im Bremer Süden eingerichtet werden, fordert die Vereinigung der Bürgerinitiativen in einem Schreiben an den Beirat Obervieland. "Wir bitten Sie deshalb, alles in ihren Kräften stehende zu tun, dass zumindest der größte anzunehmende Schaden von den Menschen in Obervieland abgewendet wird und mit den Bauarbeiten für den Bauabschnitt 2.2 - falls er denn kommt - auf jeden Fall erst begonnen wird, wenn die A1 wieder uneingeschränkt befahren werden kann."

Weiter heißt es: "Wir Bürgerinitiativen werden zusammen mit massiv betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern weiterhin alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen um zu verhindern, dass der überflüssige und schädliche Bauabschnitt 2.2 zum Zubringer Arsten überhaupt gebaut wird. Insbesondere rechtlich sehen wir gute Chancen."

In den kommenden Jahren muss auch die notleidende Stephanibrücke als wichtigste innerstädtische Verbindung über die Weser dringend erneuert werden. Eine Begrenzung des Fahrradverkehrs oder Mindestabstände für Lkw werden auf Dauer nicht ausreichen. Selbst die DEGES geht beim BA 2.2 von einer Bauzeit von mindestens vier Jahren aus. Fachliche Berater der Bürgerinitiativen halten schon das für ausgesprochen optimistisch. Folglich droht auch hier eine Überschneidung der Großbaustellen und damit ein stadtweiter Verkehrskollaps. Schon jetzt fahren 95.000 Kfz täglich über die Stephanibrücke, während der Tunnelsperrung werden noch weitere Fahrzeuge dazu kommen, die die B75 als Baustellenumfahrungsstrecke nutzen.

Der Bundesverkehrswegeplan proklamiert zumindest offiziell: "Instandhaltung vor Neubau". Für Bremen war diese Erkenntnis nie so wichtig und richtig wie heute.

Aus dem Beirat Obervieland gab es keinerlei Reaktion auf das oben zitierte Schreiben der Bürgerinitiativen. Einen weiteren Vorstoß hat die Vereinigung am 9.2.2018 mit einem Offenen Brief an die Verkehrsdeputation unternommen. Sie fordert: "Verkehrskollaps im Bremer Süden verhindern - nur eine Großbaustelle zur gleichen Zeit!" Das lässt sich nach Auffassung der Bürgerinitiativen am leichtesten dadurch erreichen, dass auf den überflüssigen und schädlichen Bauabschnitt 2.2 verzichtet wird. Der Weser Report und der Stadtteilkurier haben wesentliche Aussagen des Offenen Briefes zusammengefasst.

Das Verkehrsressort legte für die Sitzung der Verkehrsdeputation am 15.2.18 eine Übersicht über die für 2018 absehbaren Bausstellen in Bremen und umzu vor. Zum Bauabschnitt 2.2 wird nur lapidar mitgeteilt, dass es nach der vorgesehenen Baurechtschaffung weitere Maßnahmen geben könne. Aussagen zur Baustellenkoordination werden nicht gemacht.

Die LINKEN in der Bremischen Bürgerschaft haben am 25.1.2018 eine Kleine Anfrage "Umleitung des Autobahnverkehrs über Straßen in Bremen" eingebracht. Darin wird u.a. auch gefragt: "Inwiefern werden die zusätzlichen Verkehre "links der Weser" im Zusammenhang mit den Baustellen auf der A1 in die zeitlichen Planungen zum Baubeginn des Bauabschnitts 2.2 der A 281 einbezogen?"

Die Bürgerschaftsfraktion der LINKEN hat am 9.Januar 2018 eine Große Anfrage zur "Zukünftigen Trassenführung der B6n" gestellt. Wir sind dankbar, dass damit viele Fragen zu Widersprüchen und Ungereimtheiten bei den Planungen für die A 281 und der Bundesstraße 6 neu, auf die uns bisher nur mit Textbausteinen und Vernebelungen geantwortet wurde, endlich auch zum Thema in der Bürgerschaft werden.

Für die schriftlichen Antworten hat der Senat 6 Wochen Zeit. Eine Debatte in der Bürgerschaft könnte im April 2018 stattfinden.

Den Wortlaut der Großen Anfrage finden Sie hier.

Die Verkehrsdeputation erhielt am 14.9.2017 einen Bericht der Verwaltung zum Planungsstand bei den  Bauabschnitten 2.2 und 4 der A 281.

Beim Bauabschnitt 2.2 wird angekündigt, dass zusätzlich ein Gesamtlärmgutachten öffentlich ausgelegt werden soll, weil neue "rechtlich relevante Lärmbetroffenheiten" ermittelt wurden. Es ist eine Einwendungsfrist von 6 Wochen vorgesehen. Ein Termin für die zusätzliche Auslegung wird noch nicht genannt. Auf jeden Fall wird davon ausgegangen, dass ein Planfeststellungsbeschluss nicht - wie bisher angekündigt - Ende 2017 sondern erst Mitte 2018 erfolgen wird.

Die Bauablaufkonzeption für den BA 2.2 soll im Herbst 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Zur Zeit werde geprüft, ob in den besonders von den Umleitungsverkehren betroffenen Straßen "bauliche Ertüchtigungen" erforderlich sind. Nach einem Bericht des Weser Kurier geht es dabei konkret um den Kirchweg und die Kornstraße. Die Verkehrspolitischen SprecherInnen von SPD und GRÜNEN, Heike Sprehe und Ralph Saxe, hätten das Anwohnern zugesagt.

Die Vereinigung der Bürgerinitiativen hat das in einer Presseerklärung kommentiert. Politik und Planer würden versuchen Probleme zu lösen, die es ohne sie gar nicht gäbe. Die Bürgerinitiativen betonen, dass sie den Bauabschnitt 2.2 für überflüssig halten. Die einzig sinnvolle Lösung ist für sie, auf eine Autobahn zum Zubringer Arsten zu verzichten und stattdessen die B6n unter dem Flughafen hindurch zur A 1 nach Brinkum zu bauen, ohne jahrelange Eingriffe in den vorhandenen Verkehr.

Gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Bauabschnitt 2.2 werde es nach jetzigem Stand erneute Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht geben. Im Mittelpunkt werde dabei stehen, ob es überhaupt eine Planrechtfertigung für den BA 2.2 gibt und vernünftige Alternativen ergebnisoffen geprüft wurden.

Abschließend fragt die Vereinigung die Bürgerschaftsfraktionen und insbesondere die GRÜNEN, ob sie schon einmal etwas Nachhaltigkeit gehört hätten.

Die absehbaren Auswirkungen der bisherigen Planungen des Bauabschnitt 2.2 der A 281 und der B 6n für die betroffenen Wohngebiete und für den Verkehr und die von den Bürgerinitiativen aufgezeigten Alternativen wurden vom Weser Kurier in einem ausführlichen Bericht vom 25.9.2017 dargestellt.

Eines der beherrschenden Themen im Bremer Sommerloch sind die vielen Baustellen und die dadurch ausgelösten Verkehrsbehinderungen. Nach Auffassung der Vereinigung der Bürgerinitiativen ist das, was wir jetzt erleben, nur eine Bagatelle im Vergleich zum mehrjährigen Verkehrschaos, das beim Bau des Bauabschnitts 2.2 der A 281 im Bremer Süden entstehen wird.

Die Bürgerinitiativen haben deshalb zu diesem Thema eine Presseerklärung herausgegeben.

In den letzten Monaten hat es in der Öffentlichkeit wenige Informationen und dafür umso mehr Gerüchte zum Stand der Planungen zum Bauabschnitt 2.2 der A 281 und zur Bundesstraße 6 neu (B6n) gegeben.

Die Vereinigung der Bürgerinitiativen hat sich deshalb entschieden, in den betroffenen Wohngebieten Huckelriede, Arsten, Habenhausen, Kattenturm und Kattenesch Bürgerinformationen an die Haushalte zu verteilen, um die Menschen auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen.

Kernaussage: Es gibt bisher keinerlei rechtsverbindliche Beschlüsse und ob und wann die beiden Straßen gebaut werden, ist weiterhin unklar.

Die vollständige Bürgerinformation finden Sie hier.

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Die vollständige Kontonummer bei der Sparkasse Bremen lautet:

VMVS e.V., IBAN: DE97 2905 0101 0001 1536 59

Die Bürgerinitiative Kattenturmer Heerstraße/Kattenesch, Mitglied der Vereinigung der Bürgerinitiativen, verteilte zusätzlich ein eigenes Informationsblatt, in dem sie sich gegen Versuche wehrt, die Menschen an der Kattenturmer Heerstraße gegen die BewohnerInnen der Wolfskuhle auszuspielen. Auch für diese Bürgerinitiative ist nur eine B6n unter dem Flughafen hindurch akzeptabel. Ihr vorrangiges Ziel sieht sie darin, ein ganztägiges Lkw-Fahrverbot auf der Kattenturmer Heerstraße durchzusetzen.

Das Informationsblatt finden Sie hier.